Vorwort

„Deutsche Sprache, schwere Sprache“ heißt es manchmal scherzhaft verkürzt. Das trifft sicherlich zum Teil zu und macht es vor allem Ausländern schwer, Deutsch zu erlernen.

Aber es ist ganz offensichtlich nicht nur ein Problem von Ausländern. Sogar in den Artikeln renommierter deutscher Online- oder Printmedien wimmelt es mittlerweile von Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehlern, ebenso wie in Geschäftsbriefen, Bewerbungen, ganz zu schweigen von Beiträgen in den sozialen Netzwerken. Radio- und Fernsehmoderatoren sowie manch Prominenter geben oft kein besseres Bild ab.

Viele Menschen gehen gedankenlos mit ihrer eigenen Sprache um. Rechtschreibfehler darf behalten, wer sie findet, liest man manchmal. Mir fallen solche Dinge auf, ohne dass ich sie angestrengt suchen muss. Und sie stoßen mir auf, sie stören mich. Mit welchem Recht fordert man von Ausländern deutsche Sprachkenntnisse ein, wenn man selbst seine eigene Sprache nicht richtig beherrscht? Warum beklagt man die mangelnde sprachliche Ausdrucksfähigkeit von Schülern (auch Absolventen weiterführender Schulen), wenn Umfeld und Medien tagtäglich ein miserables Vorbild abgeben?

Und wenn man statt deutscher Begriffe und Namen diejenigen fremder Sprachen bemüht, sollte man sie zumindest richtig aussprechen können.

Ich bin generell kein großer Freund von Reglementierungen, jedenfalls nicht im Über-maß, aber die Befolgung der meisten Regeln der deutschen Sprache empfinde ich persönlich als nicht besonders anstrengend. Hundertprozentige Korrektheit in allen Lebensbereichen bleibt ein unerreichbares Ideal und die sie dennoch einfordern, ge-hören nicht unbedingt zu meinen liebsten Zeitgenossen. Und da ich selbst nicht fehler-frei oder immer ganz sicher bin, halte ich mich oft damit zurück, Fehler anzusprechen. Aber ich bin ein Sammler und hier ist der Ort, an dem ich sammle, was mir auffällt. Niemand muss lesen, was ich schreibe, niemand muss sich daran orientieren und niemand braucht sich angegriffen zu fühlen. Aber wer es liest, sollte es zur Kenntnis nehmen und respektieren.

Mein Name ist Lothar Pusch, ich bin Jahrgang 1962 und lebe mit meiner Frau in Waldbröl.